Wofür die BundID gedacht ist
Früher brauchte man für viele Online-Behördengänge ein eigenes Konto bei jedem Portal. Die BundID soll das ersetzen: ein Konto, mit dem Sie sich bei allen angeschlossenen Verwaltungsportalen identifizieren. Das OZG-Änderungsgesetz von 2024 sieht vor, dass die BundID zum einheitlichen Bürgerkonto wird und die bisherigen Länderkonten ablöst.
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde die BundID 2023, als Studierende und Fachschüler die Energiepreispauschale von 200 Euro darüber beantragten.
Anmeldewege und Vertrauensniveaus
Wie viel Sie mit der BundID erledigen können, hängt davon ab, wie Sie sich anmelden. Behörden legen für jede Leistung fest, welches Vertrauensniveau nötig ist.
| Anmeldeweg | Vertrauensniveau | Eignung |
|---|---|---|
| Benutzername und Passwort | niedrig | einfache Anträge ohne strenge Identitätsprüfung |
| ELSTER-Zertifikat | substantiell | viele Leistungen mit Identitätsprüfung |
| Online-Ausweis (Personalausweis, eID-Karte, elektronischer Aufenthaltstitel) | hoch | alle Leistungen, auch solche, die bisher eine Unterschrift erforderten |
Sie können mehrere Anmeldewege mit einem Konto verknüpfen. Für die meisten Menschen lohnt es sich, gleich die Online-Ausweisfunktion einzurichten.
BundID anlegen
- Auf id.bund.de „Konto erstellen“ wählen.
- Den gewünschten Anmeldeweg auswählen und durchlaufen, also den Ausweis mit der AusweisApp auslesen, das ELSTER-Zertifikat hochladen oder Benutzername und Passwort festlegen.
- Eine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen hinterlegen und bestätigen.
- Optional weitere Anmeldewege verknüpfen.
Viele Verwaltungsportale leiten Sie bei einem Antrag automatisch zur BundID weiter. Sie können das Konto also auch im Moment des ersten Antrags anlegen.
Das Postfach
Jede BundID hat ein Postfach. Dort können Behörden Ihnen Bescheide und Nachrichten zu Ihren Anträgen zustellen. Sie werden per E-Mail benachrichtigt, wenn neue Post eingegangen ist; die Nachricht selbst lesen Sie nach der Anmeldung im Konto. Schauen Sie regelmäßig hinein, denn ein im Postfach zugestellter Bescheid kann Fristen auslösen.
Datenschutz
In der BundID werden die Daten gespeichert, die bei der Anmeldung übermittelt werden, etwa Name, Anschrift und Geburtsdatum. Beim Antrag geben Sie diese Daten nur nach Ihrer Zustimmung an die jeweilige Behörde weiter. Sie können gespeicherte Daten einsehen und Ihr Konto jederzeit löschen. Betrieben wird die BundID im Auftrag des Bundesinnenministeriums.
Was ist mit Unternehmen?
Die BundID ist für natürliche Personen gedacht. Unternehmen nutzen für Verwaltungsleistungen das Unternehmenskonto, das auf der ELSTER-Registrierung als Organisation aufbaut. Für Einzelunternehmer, die etwa ihr Gewerbe online anmelden, akzeptieren viele Portale aber auch die BundID.
Mehr zu den Bausteinen der digitalen Verwaltung finden Sie in unserer Übersicht.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
