Checkliste: Unternehmensgründung in 10 Schritten
- Geschäftsidee prüfen: Wer sind die Kunden, was zahlen sie, wer sind die Wettbewerber? Ein einfacher Businessplan mit Umsatz- und Kostenschätzung zwingt zu klaren Antworten und wird für Kredite oder Förderungen ohnehin gebraucht.
- Rechtsform wählen: Haftung, Kapitalbedarf, Gründungsaufwand und Steuern entscheiden. Unser Vergleich der Rechtsformen hilft bei der Wahl.
- Namen finden und prüfen: Vor der Anmeldung sollten Handelsregister, Markenregister und Domains geprüft sein, siehe Firmenname finden.
- Finanzierung klären: Eigenkapital, Förderkredite, Zuschüsse oder Investoren. Bei der GmbH gehört das Stammkapital dazu.
- Erlaubnisse prüfen: Manche Tätigkeiten brauchen eine Genehmigung, einen Meistertitel oder einen Sachkundenachweis, bevor es losgeht.
- Gesellschaft gründen: Einzelunternehmer starten direkt. GbR-Gesellschafter schließen einen Vertrag. GmbH und UG werden beim Notar gegründet, inzwischen auch online per Video.
- Handelsregister: Kapitalgesellschaften und Kaufleute werden über den Notar eingetragen, siehe Handelsregister-Eintragung.
- Gewerbe anmelden: Gewerbetreibende melden sich bei der Gemeinde an, oft über das Serviceportal. Details unter Gewerbe online anmelden.
- Finanzamt: Innerhalb eines Monats nach Beginn ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER fällig, siehe Steuernummer beantragen.
- Versicherungen und Konto: Geschäftskonto eröffnen, Krankenversicherung klären, Betriebshaftpflicht und Altersvorsorge prüfen. Wer Mitarbeiter einstellt, braucht eine Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit.
Welche Schritte schon digital gehen
Die Verwaltung ist bei Weitem nicht überall digital, für Gründer hat sich aber einiges getan. Mit dem Online-Ausweis lassen sich Gewerbeanmeldung, ELSTER-Registrierung und die notarielle GmbH-Gründung ohne Behördengang erledigen. Das Finanzamt akzeptiert den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ohnehin nur noch elektronisch. Welche Werkzeuge dahinterstehen, erklärt unser Bereich Digitale Verwaltung.
Einzelunternehmen oder Gesellschaft?
Viele Gründer starten als Einzelunternehmen, weil es ohne Kapital und Notar auskommt. Der Preis ist die volle persönliche Haftung. Wer mit Partnern gründet, landet schnell bei der GbR, die ebenfalls unbeschränkt haftet. Eine GmbH oder UG lohnt sich, wenn Haftungsrisiken oder Investoren im Spiel sind. Den einfachsten Einstieg beschreibt unser Leitfaden Einzelunternehmen gründen.
Gründen im Ausland
Manche Gründer überlegen, ihr Unternehmen in einem anderen Land zu registrieren, etwa wegen niedrigerer Steuersätze. Für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland ist das legal, steuerlich aber oft weniger attraktiv als erwartet. Worauf es ankommt, steht im Beitrag Firma im Ausland gründen. Die Grundlagen und Vorteile einer Unternehmensgründung allgemein beschreibt unsere Startseite.
Wo Gründer kostenlose Hilfe bekommen
- Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern bieten Gründungsberatung, Seminare und prüfen Firmennamen.
- Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums mit Checklisten, Infoblättern und Förderdatenbank.
- Agentur für Arbeit: Wer aus dem Arbeitslosengeld I gründet, kann unter Voraussetzungen einen Gründungszuschuss beantragen.
- Förderbanken wie die KfW und die Förderinstitute der Länder vergeben Gründungskredite.
